Naturfotografie am Steinhuder Meer

Sonnenaufgang Steinhuder Meer

Nicht nur ein Beobachtungsturm und viele Motive am Steinhuder Meer

Da ich nun schon mein Leben lang im Naturpark Steinhuder Meer lebe, und seit ca. 20 Jahren mich ernsthaft und mit Leidenschaft hier mit der Naturfotografie beschäftige, dachte ich es wäre eine gute Idee mein „Heimatrevier“ vorzustellen und zu berichten was es hier für tolle Motive und interessante Lebensräume gibt. Denn ganz sicher kommt früher oder später der ein oder andere Fotograf auf die Idee seinen Urlaub hier mit seiner Leidenschaft zu verbinden. Denn hier kommt der Landschafts- und Tierfotograf auf seine Kosten und findet viele Motive. Eine Große Hilfe um immer an Motive zu kommen ist ein Beobachtungsturm. Diese stehen immer an Plätzen wo es etwas zu entdecken gibt.

Der Beobachtungsturm an der Neuen Moorhütte (Nordturm)

Beginnen wir mit den Aussichtstürmen. Am Nordufer gibt es ein Restaurant namens  Alte Moorhütte und ganz in der Nähe steht der Beobachtungsturm den ich am meistens aufsuche. Er befindet sich ca. 300m Westlich der Alten Moorhütte an der Neuen Moorhütte.

Die Tierwelt

Das Wasser ist dort sehr flach und es bilden sich ganze Netze mit Teichrosen. Diese bieten natürlich kleinen Fische Schutz und locken dadurch auch die Räuber an. So halten sich hier das ganze Jahr über viele Haubentaucher auf und ich kann das ganze Jahr das volle Programm aufnehmen: Jagdszenen, harte Revierkämpfe, alle Arten von Werbungen incl.. Pinguintanz und Paarungen. Die schwimmenden Nester sind oft in unmittelbarer Nähe des Turms und fast könnte man meinen es reicht schon ein Weitwinkelobjektiv aus. Kaum ist der Nachwuchs geschlüpft wird es richtig interessant und sogar niedlich und lustig.

Die Nester bauen die Eltern aus Teichrosenblättern und werden leider bei starken Stürmen und hohen Wellen zerfetzt, doch die Haubentaucher geben nicht auf und bauen immer wieder auf. Leider schwimmen dann aber auch schon ein paar Eier verloren im Wasser.  Der Bestand hält sich jedoch sehr gut. Im Jahr 2021 hielten sich mindestens 100 Haubentaucher vor Ort auf. Der Haubentaucher ist ist das Wappentier vom Naturpark Steinhuder mehr und wir hatten schon fotografierende Feriengäste in unserem Ferienhaus die fast ihren ganzen Urlaub dort am Turm verbracht haben.

Der Beobachtungsturm  am Toten Moor (Ostturm)

Der Ostturm ist Beobachtungsturm welcher am schwersten zu erreichen ist. Er ist vom Nordufer nur durch einen mehrere Kilometerlangen Weg durch das Moor zu erreichen. Mit Fahrad geht es ganz gut aber für die Wegstrecke mit Rad sollte man 30 Minuten einplanen. Ich selbst fahre mit Auto zum Ortsteil Großenheidorner Strand, parke dort und gehe dann noch 20 Minuten zu Fuß bis zum erreichen des Ostturm.

Auf dem Weg dorthin gibt es auch immer wieder tolle Motive. Das ist nicht so langweilig wie auf dem Fahrrad. Beim Gehen sieht man einfach mehr und entdeckt sogar mal hübsche Libellen oder Schmetterlinge. Am Moor angekommen, ist der Turm schon ausgeschildert und man erreicht ihn entlang eines breiten Moorgraben auf einem langen Holzsteg.

Auf dem Turm hat man morgens die Sonne im Rücken und oft ist man wegen der schweren Erreichbarkeit auch alleine dort. Lange Brennweite und Weitwinkel sind Pflicht dort. Das Ufer liegt noch fast 100m vom Turm entfernt. So sind die meisten Fotos Flugaufnahmen von Seeadler, Fischadler, Weihen und Kuckuck die oft direkt vor dem Turm vorbeifliegen. Doch im nahen Schilf gibt es auch schon mal Blaukehlchen und Bartmeise oder bei gemähten Schilf sind auch Wildschweine, Rehe und Fuchs zu sehen. Der Ausblick ist dort fantastisch und ein Besuch lohnt sich ganz sicher.
Die Abgelegenheit ist auch ein Vorteil für Naturfotografen die es ruhiger lieben.

Der Beobachtungsturm an den Meerbruchswiesen (Westturm)

Der Westturm ist der Beobachtungsturm der wohl am meisten von Fotografen aufgesucht wird, zumal man sich auf dem Weg dorthin sich im Bereich der Seeadler befindet. Morgens hat man dort einen schönen Sonnenaufgang mit der Inselfestung Wilhelmstein im Vordergrund und oft auch Massen an Graugänsen und Reiher.
Gehen sie früh morgens sehr leise den Steg zu Turum entlang sonst werden sehr wahrscheinlich sich Schwärme von Vögel durch das klappern auf den Holzplanken vom Steg davon machen.
Der Fischadler jagt dort auch neben dem Seeadler. Mit ganz viel Glück bekommt man vielleicht auch einen Europäischen Nerz oder Fischotter vor die Linse. Im Aufweg zum Westturm kommt man an zwei Beobachtungshütten vorbei. Besonders in Hütte 1 hat man die Chance Rehe oder Wildschweine beim durchqueren der Wasserfläche des Vogelbiotop zu filmen oder fotografieren.

 
 
Wildschweine
Wildschweine durchqueren Wasser in den Meerbruchswiesen

Der Wasserbüffelturm in Mardorf

Der Wiesenturm oder auch Wasserbüffelturm liegt am Weg zurück vom Westturm zur Ortschaft Mardorf. Dort schützen Wasserbüffel den Teich vor vor dem Zuwuchern. Nicht nur die Wasserbüffel sind fotogen, sonder früh Morgens Fuchs, Feldhasen, Fasane und auch Turmfalken die dort auf der Wiese täglich jagen. Im Sommer brüten im Turm Rauchschwalben und sitzen vor dem Turm auch fotogen und in nächster Nähe auf den Büschen. Auch ist die Gegend Revier von Raubwürger, Neuntöter und Blaukehlchen und Schwarzkehlchen, Fasane kreuzen den Weg ebenso wie der Hübsche Hermelin.

Beobachtungsturm
Der Wasserbüffelturm an den Meerbruchswiesen am Steinhuder Meer

Fototipps

Von mir empfohlene Fotoausrüstung für den Naturpark Steinhuder Meer: Für Landschaftsaufnahmen Weitwinkelobjektive von 15 – 70mm und möglichst hoher Lichtstärke. Ein Stativ nutze ich selber nur bei Langzeit- und Nachtaufnahmen. Auch wenn die Lichtverschmutzung bei Sternenfotografie doch etwas stört sind die Motive mit dem Meer und Stegen im Vordergrund doch lohnenswerte Motive.

Für Tieraufnahmen kann man gar nicht genug Brennweite haben. Denn die Fluchtdistanz der heimischen Tiere ist doch schon sehr groß. Ich selbst nutze zumeist das Canon RF 100-500mm mit angesetzten 1,4x Extender und manchmal kommt sogar der 2x Extender zum Einsatz. Als Kamera nutze ich eine Canon R5 mit 45MP welches noch einen leichten Crop ermöglichen. Natürlich kann man auch in den Mooren mit weniger Brennweite auskommen wenn man Schlangen oder Libellen fotografieren möchte. Doch in den Vogelbiotopen sollte man schon viel Brennweite haben auch wenn z.B. die Blaukehlchen schon aus 4m Entfernung am Wegrand fotografiert werden können.

Für weitere Fragen können sie auch gerne mit mir Kontakt aufnehmen.

Ich wünsche bei dem Besuch im Naturpark viel Spaß und Gutes Licht!

Eine kleine Fotoauswahl von Fotos in den Schutzgebieten

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